Transport-Fahrräder für Malawi

Zwei Wochen Schulluft geschnuppert

 

Die drei Transportfahrräder schmückt ein Schild mit dem Kolping-K und den Namen der malawischen und der deutschen Kolpingsfamilie, die das Fahrrad gespendet hat.

 

Die von Schülern der Sünte-Rendel-Schule auf Postkarten gemalten Bilder wurden in Malawi mit Begeisterung angenommen.

Riesenbeck. Viel Herzlichkeit, Gastfreundschaft, interessante Reisende und eine überwältigende Natur – das erlebte Daniel Gersmeier in Malawi. Vier Wochen war er zu Gast in einem der ärmsten Länder der Welt. Dass die Menschen dort trotz der harten Lebensumstände nicht den Mut verlieren und mit viel Eigeninitiative ihre Situation verbessern möchten, beeindruckte Daniel Gersmeier besonders. Erst seit kurzem ist er Mitglied des Treffpunkts Malawi, der mit kleinen Projekten diese Eigeninitiative unterstützt. Die  Verbindung zu den drei Kolpingsfamilien in dem kleinen südostafrikanischen Land und ein AIDS-Waisenprojekt sind die Schwerpunkte der Arbeit der Entwicklungshilfeinitiative.

Den Mitgliedern des Treffpunkts Malawi, Verwandten und Freunden präsentierte er in einer eindrucksvollen Bildershow und mit einem Film, was er in Malawi erlebt hat. „Die Hilfe kommt an“, sagt der 25-jährige Lehramtsreferendar überzeugt. Zwei Wochen tauchte er in die Schulwelt einer weiterführenden Mädchenschule in Kaseye ein und hat gesehen, dass der auch vom Treffpunkt Malawi geförderte Ausbau der Schule Fortschritte macht. Erstaunt war er über die Disziplin der teilweise 90 Schülerinnen, die in einer Klasse sind. Äußerlich zeigt sich dies auch in einer Schulkleidung und der Pflicht zum Kurzhaarschnitt. Den Grundstein für die Schule legte damals Pater Josef Dresselhaus vom Orden der Afrikamissionare Weisse Väter. Bis vor 18 Jahren wirkte er in Malawi und lebt jetzt mit 93 Jahren im Missionshaus der Afrikamissionare in Hörstel. Mit großem Interesse verfolgte er den Informationsabend und konnte sich noch an viele Orte und Gesichter erinnern, die auch in der Fotoshow auftauchten. „Bildung ist der Schlüssel für Verbesserungen in einem Land“, ist seine Erkenntnis aus 37 Jahren Missionsarbeit in Malawi.

Große Dankbarkeit erlebte Gersmeier als er drei Transportfahrräder übergab, die die Kolpingsfamilien Riesenbeck, Püsselbüren und Rosendahl-Holtwick gespendet hatten. Für die drei Kolpingsfamilien in Malawi, die sich im vergangenen Jahr offiziell gegründet hatten, bedeuten die Räder Hilfe beim Transport von Obst, Gemüse und Honig zu entfernteren Märkten mit besseren Absatzchancen. Aber auch Schwangere, Alte und Kranke können nun schneller zu Ärzten gebracht werden. Diese Rückmeldung erhielt der Treffpunkt Malawi bereits per Briefpost aus Mzambazi.

Bewegt hat den gebürtigen Dörenther auch die Postkartenaktion. 250 Schüler der Sünte-Rendel-Schule hatten im Rahmen der Afrikawoche Bilder von ihrer Lebenswelt auf eine Doppelpostkarte gemalt, die Daniel Gersmeier in der Grundschule in Kaseye verteilte. Die Kinder malten ihrerseits ein Bild darauf und behielten die „deutsche“ Hälfte, während das eigene kleine Gemälde auf den Weg nach Deutschland geschickt wurde. „Einige Kinder kamen nachher auf mich zu und waren total glücklich, dass sie nun Kontakt nach Deutschland haben“, veranschaulicht Daniel Gersmeier die Freude.

Dass die von den Sternsingern gesammelte Summe von rund 8.500 Euro auf direktem Wege bei den AIDS-Waisen in Karonga angekommen ist, davon konnte sich Daniel Gersmeier bei seinem Besuch der malawischen Schwester Beatrice überzeugen. Sein Aufenthalt dort konnte leider nur sehr kurz sein. Dies gleichen aber Jana von Wulfen und Heike Lehmkuhl aus, die ab dem 20. August für acht Wochen Schwester Beatrice bei ihrer Arbeit unterstützen werden. Die beiden frisch gebackenen Abiturientinnen aus Bremen möchten die Zeit bis zum Beginn ihres Studiums nutzen, um einerseits zu helfen aber auch wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln. Bei Jana von Wulfen ist der Kontakt zum Treffpunkt Malawi übrigens über ihre Großmutter entstanden, die ihrerseits wieder über die Weissen Väter auf den Treffpunkt Malawi aufmerksam wurde. „Wir freuen uns, dass jetzt mit Daniel und den beiden Bremerinnen die Kontakte nach Malawi wieder ein Stück enger werden“, betont Thomas Schmiemann, Vorsitzender des Treffpunkts Malawi. „Wichtig für das Zusammenbringen der unterschiedlichen Kulturen ist einfach die persönliche Begegnung. Deshalb haben wir uns auch entschlossen, in den Sommerferien 2010 ein Workcamp anzubieten“, so Schmiemann. Interessierte können sich schon jetzt per E-Mail an workcamp@treffpunkt-malawi.de vormerken lassen.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, resümiert Thomas Schmieman. „Auch in Zukunft möchten wir durch die Gründung von Kolpingsfamilien vorhandene Ansätze aufgreifen und gemeinsam weiter entwickeln. Unsere Hilfe setzt auf kleinster Ebene an, ist dafür aber umso effektiver. Dazu freuen wir uns natürlich über jede Spende und danken allen, die bisher gespendet haben.“

www.treffpunkt-malawi.de