Erfahrungsbericht zu den Erfolgen in der nachhaltigen Landwirtschaft bei Rumphi, Malawi

Besuchsbericht von Hermann Determeyer

In Rumphi gibt es seit 2003 das Damra-NGO-Project 'Development action for marginalized rural areas' mit Flument Mkinga als Leiter. Er und seine Frau haben uns zunächst ihren Hausgarten gezeigt, der zwar klein aber sehr vielseitig war: Überschattende Obstbäume, eine dichte Hecke und ein Komposthaufen gehörten dazu. Danach sind wir zum großen Schrebergarten spaziert, direkt am Fluss gelegen, der immer reichlich Wasser führt. Hier war eine Fußpumpe im Einsatz: 4 m Saugschlauch, 30 m Druckschlauch. Das Wasser floss über einen überbreiten Kanal zu den Seitenkanälen, in denen die Tomaten auf Endabstand gepflanzt wurden. Da der Boden etwas sandig war, versickerte noch viel Wasser in den Untergrund. Die Damra-Gemeinschaft plante eine Diesel-Pumpe zu kaufen. Wir haben dann versucht Lösungen mit Folienbecken zu entwickeln, um das Wasser effektiver zu nutzen. Abends fand eine Versammlung mit dem Chief und mit Frauen statt. Dabei wurde deutlich, dass die Gemüsesaatgutlieferungen von Pater Gerhard Knühl (Afrikamissionare Weiße Väter) ihr Ziel gut erreicht haben. Das Projekt will auch mit den Frauen die Eigeninitiative zur gesünderen selbst entwickelten Eigenversorgung stärken. Die GTZ aus Deutschland hatte hierzu vorher die Basis geschaffen, weil der Raum Rumphi besonders entwicklungsbedürftig war.

Diese guten Eindrücke verstärkten sich besonders als wir am nächsten Tag 20 km östlich bei Mzokoto das Dorf von Jacob Chihana besucht haben. Hier wuchsen Äpfel- und Papayabäume, Gewürzpflanzen 365 Tage im Jahr; der Ort liegt hoch, kühl und feucht. Die Lehmberge lassen ganzjährig Quellwasser frei, das mit Konturengräben in Bewässerungshöhe gehalten wurde. So brauchten die fleißigen Bauern keine Pumpen; selbst die Fischzucht in einem künstlichen Beckensystem wurde so ermöglicht (Forellen gelten hier auch als Delikatesse).

 Die Söhne bleiben optimistisch in der Landwirtschaft, wir haben angeregt mehr für Marketing zu unternehmen, denn unweit gibt es gut geführte Hotels und das neue Uranprojekt. Die Gemüsearten aus Europa werden mit Erfolg ausprobiert. Hier wird jetzt ebenfalls mit Jatropha Diesel Bäumen gearbeitet, selbst eine private Handwerker-Internatsschule eines Südafrikaners ist geplant.

Wir haben die renovierte Kirche von Pater Knühl gesehen; die Lehrer haben die Schule kurz vorgestellt und eine Gruppe Schüler marschierte mit geschulterten Hacken in Richtung der Bewässerungsgärten. Wir haben beim Ortslandwirt zu Mittag gegessen, er war besonnen und innovativ zugleich, hatte ein Fernsehgerät (noch in Folie) und viele Pläne. In diesem Ort bemühen sich die Frauen das energiesparende Isolierkochen zu verbreiten, wie Jacob Chihana in regelmäßigen Abständen per E-Mail berichtet.

Tupperparty auf Malawisch:

Hermann Determeyer weiht die Frauen bei Rumphi in Geheimnisse des "Magic Cooker" ein (Isolierkochen-Simmern)

Aus dem "Unkraut" Jatropha konnte vor Ort und eine Ölausbeute von 30 % (kaltgepresst) erzielt werden.